Dieses Jahr feiern wir 100 Jahre Winnie-the-Pooh. Wer kennt ihn nicht? Spätestens seit Disney Zeichentrickfilme zum Bären veröffentlichte, ist er weltweit bekannt. Doch was ist die Geschichte dahinter? Was brachte den Autor A. A. Milne auf die Idee zu den Geschichten um Winnie-the-Pooh und seinen Sohn Christopher Robin? Im Buch „Winnie“, das von Lindsay Mattick erzählt und von Sophie Blackall wunderschön illustriert wurde, erfahren wir die wahre, berührende Geschichte der Bärin (ja, Winnie ist weiblich).
Darum geht es in „Winnie“ (Achtung Spoiler):
Der kleine Cole wünscht sich von seiner Mama vor dem Schlafengehen eine wahre Geschichte von einem Bären. Und so erzählt sie von Harry Colebourn, einem jungen Tierarzt aus Winnipeg, der 1914 in die Armee eingezogen wurde, um sich im Ersten Weltkrieg um die Pferde zu kümmern. Während seiner Reise kauft er einem Trapper an einem Bahnhof ein Bärenjunges ab. Er benennt sie nach seiner Heimatstadt Winnipeg – kurz Winnie. Nach einigem Widerstand darf er sie tatsächlich mitnehmen als Maskottchen für die Truppe. Winnie wird größer, erlebt einige Abenteuer und begleitet ihn sogar über den Atlantik bis nach England, wo die Truppe vorbereitet wird für den Krieg. Als es dann aber tatsächlich in den Einsatz geht, beschließt Harry, die junge Bärin im Zoo in London unterzubringen.
Irgendwann besucht dort der Schriftsteller A. A. Milne mit seinem Sohn Christopher Robin den Zoo. Der Junge freundete sich mit der Bärin an und besuchte sie sogar in ihrem Gehege. Zuhause unternahm er mit seinen Kuscheltieren Ausflüge und benannte seinen Teddybären nach Winnie. Sein Vater beginnt, die Geschichten zu schreiben.
Jahre später kehrt Harry aus dem Krieg zurück und stellt fest, dass es Winnie gut geht und sie geliebt wird. Also lässt er sie in London. Er selbst kehrt zurück nach Winnipeg und gründet eine Familie. Der kleine Cole ist sein Ur-Ur-Enkel.

Meine Leseeindrücke:
Ich hatte mich ehrlich gesagt schon auf den ersten Blick in das Buch verliebt, als ich es im Coppenrath Showroom in Münster gesehen und angeschaut habe. Winnies Blick auf dem Cover macht direkt neugierig und die hochwertige Gestaltung des Hardcovers von BOHEM Press sowieso. Die Geschichte der Bärin ist so wunderschön und kindgerecht erzählt. Der Krieg wird zwar erwähnt, aber es geht ausschließlich um Winnies Geschichte. Die Geschehnisse der Zeit werden nicht vertieft. Die Illustrationen passen hervorragend zur Erzählung, sie haben den Charme einer vergangenen Zeit und wirken ruhig und nicht überladen. Es macht viel Freude, die einzelnen Bilder eingehend zu betrachten, während man die Geschichte liest.
Coles Mama erzählt die Geschichte so schön, dass ich fast das Gefühl hatte, neben dem Bett zu sitzen und ihr zu lauschen. Und Cole stellt zwischendurch immer wieder Fragen – ganz wie im richtigen Leben. Er möchte noch dieses und jenes erklärt bekommen. Und seine Mutter beantwortet geduldig jede davon, obwohl schon längst Schlafenszeit ist.
Was mir auch sehr gefällt, ist die große Tierliebe und die respektvolle Behandlung des kleinen Bären durch Harry. Es ist eigentlich eine traurige Geschichte, dass Winnie von ihrer Mutter getrennt wurde und Harry sie später in einem Zoo abgibt. Aus heutiger Sicht natürlich kein wünschenswertes Leben für eine Bärin, aber in diesem Fall hat er ihr damit vermutlich ein zweites Mal das Leben gerettet. Wobei es natürlich schöner gewesen wäre, wenn Harry sie wieder abgeholt und nach Kanada mitgenommen hätte.
Als besondere Ergänzung zu der Geschichte gibt es am Ende des Buches noch ein Album mit Originalfotos von Harry, Christopher Robin, Cole und seiner Mutter und natürlich von Winnie. Das macht die Geschichte so greifbar. Nach wie vor finde ich es unfassbar, dass es da einfach ein Foto von Christopher Robin mit Winnie in ihrem Gehege gibt.

Mein Fazit/meine Bewertung:
Ein tolles Buch für alle Fans von Winnie-the-Pooh – egal ob groß oder klein. Es ist doch großartig, etwas über die Geschichte dahinter zu erfahren, wie aus Christopher Robins Teddybär Winnie-the-Pooh wurde. Von mir gibt es dafür auf jeden Fall eine ganz dicke Empfehlung, ihr werdet es sicher auch lieben. Anschauen könnt ihr euch das Buch natürlich bei der Buchhandlung eures Vertrauens oder online beim Verlag oder bei Genialokal.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen/Vorlesen und Winnie-the-Pooh herzlichen Glückwunsch zum 100. Geburtstag!
Deborah

Ps: Ein weiteres schönes Buch von BOHEM Press findet hier: G. Zobeli und M. Di Giorgio – Die wundersame Suppe des Monsieur Lepron
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Vielen lieben Dank an den BOHEM Press Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Infos zum Buch findet ihr auf der Internetseite des Verlages.


