Ein neuer Jugendroman, eine Zeitreise in die 80er … und dann auch noch vom Buchfink Verlag … genau meins! Auf dem sehr gelungenem Coverbild von „Die Schattendiebe“ springen mich das BMX Bike und der Walkman direkt an und triggern meine Erinnerungen an 80er Jahre. Ein wunderbarer Auftakt zu einer neuen Jugendbuchreihe. Teil 2 ist bereits erschienen (dazu später mehr) und Teil 3 erwarte ich zum Herbst-Winter 2026.
Darum geht es in „Die Schattendiebe 1 – erase and rewind“
Die vier Helden Theo, Nora, Hauke und Bernhard sind die absoluten Außenseiter an ihrer Schule. An einem Freitagnachmittag im Juli 2023 werden die vier zum Nachsitzen und Putzen der Biologiesammlung verdonnert.
Als sie die Biologiesammlung erkunden findet Bernhard, die Intelligenzbestie, heraus, dass mit den Abmessungen des Raumes etwas nicht stimmen kann und ein Klassenraum fehlen muss. In der Tat finden sie in einem großen Wandschrank einen Tunnel, der scheinbar in das fehlende Klassenzimmer führt. Bei einer ersten Erkundung findet Nora eine Brosche mit dem Ouroboros, der Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Diese Brosche hat eine vor 40 Jahren bei einem Brand an der Schule spurlos verschwundene Schülerin getragen.
Die vier können nicht anders und versuchen, in den Tunnel zu gelangen und das Rätsel um die verschwundene Schülerin zu lösen.

Meine Leseeindrücke
Mein erstes Déjà-vu hatte ich schon am Beginn des Buches, erinnert mich das Setting Nachsitzen und Außenseiter doch sehr stark an den 80er Jahre-Kultfilm „The Breakfast Club“. Jedes Kapitel im Buch hat einen 80er Song als Soundtrack. Für mich, der in den 80ern aufgewachsen ist, ein Genuss.
Unseren Protagonisten, ihre Familien und ihr Umfeld in der Unterstadt werden in den ersten Kapiteln genauso vorgestellt wie auch der Antagonist Conrad, der Sohn der mächtigen Besitzer der ortsansässigen Chemiefabrik. Wenn Conrad mit seinem Schlägertrupp auftaucht, verheißt das nichts Gutes für die Schattendiebe.
Im Laufe der Story schaffen es unsere Freunde durch den Tunnel tatsächlich zurück ins Jahr 1983, genau an dem Tag, an dem an ihrer Schule das große Feuer ausbrach und die Schülerin spurlos verschwand. Ich hatte auf einen Trip in die (neon-)farbenfrohen 80er gehofft, doch der Autor lässt uns die drückend-dunklen 80er Jahre erleben, mit Demonstrationen gegen Kernkraft, Polizeigewalt und Umweltverschmutzung.
Jedes Mal zum Schmunzeln brachten mich die Beschreibungen der 80er aus der Sicht der heutigen Jugend. So findet sich im Schaufenster eines ehemaligen Friseursalons noch ein Preisschild und Werbebilder aus den 80ern, mit DM-Preisen und Vokuhila-Frisur. Beschrieben wird der Vokuhila-Schnitt als „hätte man einen Igel auf dem Kopf plattgebügelt und einen Pferdeschweif an den Hinterkopf getackert“ … Ja, so ähnlich habe ich Vokuhilas noch im Gedächtnis. Beschreibungen einer Mitfahrt in einem 80er-Kleinwagen und von den damals fabrikneuen Oldtimern in knalligen Farben und den vielen Telefonzellen wecken jede Menge Erinnerungen.
Ältere Leser werden sich (wie ich selbst) bestimmt an viele Sachen und Gegebenheiten erinnern und die jüngeren können eine noch gar nicht so lange zurückliegende Zeit kennenlernen.

Mein Fazit zu „Die Schattendiebe 1 – erase and rewind“
„Die 80er hatten TKKG, wir haben die Schattendiebe!“ Diesem Zitat vom Buchfink Verlag schließe ich mich vorbehaltlos an.
Den Ausflug in die 80er habe ich genossen. Die Entwicklung der Protagonisten und wie sie an den Erlebnissen wachsen war spannend mitzuverfolgen. Leider haben sich zwischendurch immer wieder mal kleine Längen eingeschlichen, die dem Lesespaß aber keinen Abbruch tun. Die Geschichte ist lebendig geschrieben und ich freue mich schon auf den zweiten Teil „rewind and record“ der die Schattendiebe in die 60er Jahre verschlägt.
„Die Schattendiebe“ sind für Kinder ab 12 Jahre und für Erwachsene, die in den 70ern und 80ern Jahren aufgewachsen sind. 😉
Schaut euch „Die Schattendiebe“ am besten in der Buchhandlung eures Vertrauens an und schmökert rein. Wenn ihr mal in Trier und Umgebung seid, könnt ihr die Buchfinken auch in ihrem süßen Kinderbuchladen in der Neustraße besuchen.
Dirk
Folgenden Link kennzeichne ich gemäß § 5 DDG als Werbung:
Vielen lieben Dank an den Buchfink Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Infos zum Buch findet ihr auf der Internetseite des Buchfink Verlages. Weitere Jugendbücher aus dem Buchfink Verlag findet ihr ebenfalls auf der Verlagswebseite.
