Heute habe ich einen ganz heißen Kinderbuchtipp für euch. Zumindest, wenn ihr keine Angst davor habt, eure Kinder auf falsche Gedanken oder dumme Ideen zu bringen. Denn davon hat „Die schlimmste Klasse der Welt“-Reihe von Juma Kliebenstein einige zu bieten. Diese Reihe ist mir jetzt schon so oft im Buchhandel über den Weg gelaufen und außerdem wollte ich unbedingt auch einmal etwas von der SaarVier-Autorin lesen. Wie schön, dass die Bücher in der Stadtbibliothek Lohmar eingezogen sind. Ich habe sie mir ausgeliehen und bis einschließlich Band 4 direkt hintereinander weg gelesen (zumindest Teil 2-4, die ich gestern mal eben nacheinander inhaliert habe 🙂 ).
Darum geht es in der Reihe von Juma Kliebenstein:
Kurz gesagt: Um die Klasse 5a der Gutenbergschule, den räudigen Schulkater Bürste, der zum Klassenmaskottchen wird, und den täglichen „Überlebenskampf“ der Lehrer. Und dabei wollen die Schüler den Lehrern eigentlich gar nichts böse. Sie sind eben nur eine ziemlich coole Truppe, die wie Pech und Schwefel zusammenhält, ein „klitzekleines bisschen“ neugierig ist und hier und da „etwas“ Chaos stiftet.
Das Ergebnis des Ganzen: Lehrer, die sich mit Beruhigungsmitteln zudröhnen, Pfeile auf eine Dartscheibe mit einem Klassenfoto der 5a werfen oder sich mit anderen Mitteln vom Unterricht in der Klasse ablenken. Ja, das Leben als Lehrer der schlimmsten Klasse der Welt ist mitunter gefährlich – manchmal körperlich – unter anderem durch Gestanksattacken des neu gegründeten Furzclubs, dem sich auch Kater Bürste gerne anschließt – oder manchmal auch psychisch – wenn zum Beispiel das eigene Auto nach der Schulstunde kein gelber Fiat mehr sondern ein lila VW-Käfer ist.
Die Lehrer und Direktorin Ella Habermann unternehmen alles mögliche, um die Bande in den Griff zu bekommen – aber egal wie oft sie die Klasse umziehen lassen und Maßnahmen ergreifen, es wird alles immer noch schlimmer.

Eine kleine Vorstellung der Schülerinnen und Schüler der 5a und des Klassenkaters:
Fangen wir doch direkt mit der Hauptperson, äh mit dem Klassenkater, an:
Bürste: Heißt, wie er aussieht: Wie eine alte Schrubberbürste. Es handelt sich um einen verwahrlosten, stinkenden, einäugigen roten Kater unbestimmten Alters, der seit seinem ersten Aufeinandertreffen mit der Klasse 5a zum Klassenmaskottchen wurde. Für seine Chaostruppe tut er alles, im Notfall setzt er neben Krallen und Zähnen auch seine berüchtigten Giftgase ein. Obwohl er gefürchtet und berühmt berüchtigt ist, hat er im Grunde ein Herz aus Gold.
Weiter geht es mit einem Teil von Bürstes Chaotengruppe:
Rolf Keller: Wegen eines Unfalls in der Grundschule musste er eine Klasse wiederholen und ist somit älter als seine MitschülerInnen. Er sitzt im Rollstuhl und hat immer eine Decke über den Beinen. Bürste hat diese Decke zu seinem Lieblingsplatz erklärt und parkt regelmäßig auf Rolfs Beinen.
Hakim Erbay: Von Bürste liebevoll Pizzagesicht genannt, fühlt sich schon jetzt wie ein waschechter Rennfahrer. Autofahren hat er mit seinen 11 Jahren schon gelernt und macht auch zu jeder Zeit im Unterricht Trockenübungen mit seinen Füßen. Hakim ist sehr hilfsbereit – auch seinen LehrerInnen möchte er immer weiterhelfen. Das Ergebnis ist nur manchmal etwas Chaos – aber immer ungewollt.
Kathrin Bischof: Ist groß und stark. Größer und stärker als ältere Kinder der Gutenbergschule. Ein großer Vorteil für die SchülerInnen der 5a, denn Kathrin ist ihre beste Verteidigung.
Marco Livone: Liebt Comics und spricht selbst, als wäre er eine Comicfigur. Damit bringt er seine Klassen- und Deutschlehrerin Liliane Sonntag regelmäßig zur Verzweiflung.
Nele Borsenberg: Sie ist sehr schlau und hilft Ihren KlassenkameradInnen regelmäßig bei der Lösung von Problemen. Nele vermerkt sich alle wichtigen Ereignisse in ein Notizbuch.
Sarah Brendel: Auch sie löst das eine oder andere Problem für ihre Klasse – allerdings mit ihrem handwerklichen Geschick. Sarah hat immer die wichtigsten Werkzeuge dabei und weiß auch damit umzugehen.
Anneke Kell: Sie ist zurückhaltend, schüchtern und sehr ängstlich – was sie natürlich nicht gerne zugibt – allerdings verrät sie sich immer wieder, weil sie immer sehr schnell weint. Aber irgendwann beweist sie auch, dass sie mutiger sein kann, als sie selbst gedacht hätte.
Bert Strabowski: Bert hat ein Lieblingsessen, das die Klasse und die Lehrer regelmäßig im Gesicht grün werden lässt: Er liebt Brötchen mit geschmolzenem Münster-Käse. Doch die Klasse zeigt sich solidarisch mit Bert.
Karl-Sebastian von Bloch: Er ist nicht von Anfang an dabei, sondern kommt erst später im Jahr zur Klasse hinzu. Karl-Sebastian drück sich sehr gebildet aus und passt von seinem Auftreten her eigentlich eher an die elitäre Nachbarschule. Doch schon in der ersten Stunde wird klar, dass er und Bert eine gemeinsame Leidenschaft haben: Kääääse. Bert ist glücklich, einen neuen Freund zu finden.
Julia Schwan: Wird von allen Julchen genannt und zeichnet hervorragende Karikaturen von ihren LehrerInnen und MitschülerInnen. Deshalb sehen die LehrerInnen von ihr auch meistens nur den pink-blauen Scheitel ihrer bunt-gefärbten Haare.
Selina Doniak: Wirkt Dauer-schlecht-gelaunt, kaut Kaugummi um ihr Leben und spuckt völlig wahllos in der Gegend herum. Sie lässt es nicht nehmen, viel und ausgiebig zu motzen.
Tom Akenfeld: Hat eine große Gemeinsamkeit mit Bürste: Er furzt für sein Leben gerne und verbreitet Gestank im Klassenzimmer. Was zu einer legendären Idee der 5a führt – dem Furzklub.
So, das waren einige der SchülerInnen der schlimmsten Klasse der Welt. Diese Chaotengruppe wird unterrichtet von einigen tapferen Lehrerinnen und Lehrer, welche die Unterrichtsstunden unterschiedlich gut überstehen oder verkraften.
Meine Leseeindrücke zu den Büchern:
Also, wo fange ich an? 🙂 Nachdem ich den ersten Teil „Die schlimmste Klasse der Welt“ aus der Bücherei ausgeliehen und durchinhaliert hatte mit diversen Lachanfällen, war es mir direkt klar, ich muss unbedingt weiter lesen. Und was soll ich sagen, am Freitag hatte ich Glück und fand drei weitere Teile in der Bibliothek: Band 2 – „Rette sich, wer kann!“, Band 3 – „Jetzt erst recht!“ und Band 4 – „Drunter und drüber“. Den Samstag habe ich dann quasi der Klasse 5a gewidmet und habe die drei Bücher hintereinander weggelesen. Ich hab mich von Lachkrampf zu Lachkrampf durchgekämpft und die Erlebnisse dieser Kinder und natürlich von Bürste gelesen. Und schon jetzt hoffe ich, schon bald Teil 5 und Teil 6 lesen zu können.
Bürste und seine Chaostruppe haben mir so viel Spaß gemacht, das war wirklich das optimale Wochenendprogramm. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Kinder, die dieses Buch lesen bei den Furz-Attacken von Bürste lachen. Überhaupt schafft es Bürste immer wieder, mit seinen frechen Kommentaren (die die Kinder natürlich nicht verstehen, aber wir als Leser) die Situation noch lustiger und skurriler zu machen. Hinzu kommen noch die lustigen Illustrationen von Falk Holzapfel alias Zapf. Die sind einfach großartig.
Meine Lieblingscharaktere sind Bürste, Hakim (ganz besonders Hakim, er ist einfach so hilfsbereit – ob andere das wollen/schätzen, oder nicht), Rolf und Sarah. Aber eigentlich sind alle Kinder auf ihre Weise besonders. Was mir halt besonders gut gefällt, sie sind alle keine „bösen“ Kinder, sie sind einfach ein bisschen chaotisch aber liebenswert. Das wissen natürlich einige der LehrerInnen. Gut, es gibt Exemplare, die das anders sehen, wie zum Beispiel Sport- und Mathelehrer Horst-Ernst Eifler oder Hausmeister Egon Emmerich – der Filch der Gutenbergschule – allerdings hasst er neben Kindern auch Tiere und somit Bürste.
Mein Fazit zu der Reihe von Juma Kliebenstein
Ich würde wagen zu behaupten, Juma Kliebenstein hat noch nicht alles aus der Kindheit vergessen. Und das ist auch gut so! Selbst in meinem Alter habe ich mich in die Schulzeit zurückversetzt gefühlt. Wenn meine Klassen jedoch nie so einen guten Zusammenhalt hatten – aber chaotisch waren sie oft genug. Die Autorin erzählt übertriebene Geschichten, die aber durchaus insprierend sein und die Fantasie anregen könnten. Mein Buchtipp richtet sich daher an mutige Eltern und freche Schüler mit viel Fantasie. Ich wünschte, alle Kinder hätten so viel Spaß am Unterricht und so tolle MitschülerInnen.
Die Bücher haben alle etwa 200 Seiten. Die Geschichten lesen sich locker flockig und werden zusätzlich auch immer durch die Illustrationen aufgelockert. Da macht das Lesen Spaß! Das einzige, was ich persönlich ein bisschen schade fand: Wenn es gerade richtig rund geht, ist die Geschichte zu Ende und es gibt den Klassenbucheintrag zum Abschluss. Manchmal hätte ich mir gewünscht, die Erlebnisse wären zu Ende erzählt worden. Aber dann wären die Bücher wohl zu dick geworden.
Solltet ich euch dafür entscheiden, „Die schlimmste Klasse der Welt“ zu kaufen, macht euch darauf gefasst, dass ihr bald Nachschub braucht. Die Geschichten machen süchtig!
Viel Spaß beim Lesen und Kennenlernen der schlimmsten Klasse der Welt!
Deborah
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Weitere Infos zu den Büchern findet ihr auf der Internetseite des Karibu Verlages.
