Fluch der Karibik trifft auf Downtown Abbey? Mit dieser Beschreibung hatte mich mich der dtv Verlag und ich war mehr als neugierig auf Nightweaver. Allein schon das Cover und der Farbschnitt lassen jedoch darauf schließen, dass es ziemlich „dark“ wird und nicht nur Fantasy. Und so war es auch – den Romance-Teil dagegen habe ich dagegen eher verzweifelt gesucht.
Darum geht es in „Nightweaver“:
Aster Oberons Familie wird auf ihrem Schiff Ligthbringer von den Nightweavern angegriffen Dabei wird Asters Bruder getötet und ihre ganze Familie gefangen genommen. Die Nightweaver sind Astrid als grausame, magische Wesen bekannt, die auf dem Festland herrschen. Weswegen sich die Menschen auf das Meer zurückgezogen haben, um zu Überleben. Erstaunlicherweise wird die Familie nicht direkt getötet sondern nach Eerie verschleppt. Sie erwarten ein Schicksal als Sklaven oder eben doch am Galgen.
Doch noch während der Reise bietet ihnen ein mysteriöser und mächtiger Nightweaver, William Bludgrave, Schutz und eine Anstellung auf dem herrschaftlichen Anwesen der Familie, Bludgrave Manor. Asters Eltern stimmen zu, in den Dienst der Familie zu treten und hoffen, ihrer Familie damit ein sicheres zu Hause zu gewährleisten. Aster schwört Rache für ihren Bruder, doch hat Will damit etwas zu tun? Oder war es am Ende gar kein Nightweaver, der Owen getötet hat. Aster ist unsicher, ob sie Will vertrauen kann, obwohl er ihr Hilfe anbietet.

Meine Leseeindrücke:
Ich muss gestehen, ich bin zwiegespalten. Einerseits fand die Geschichte um die Familie Oberon und die Nightweaver spannend und temporreich, aber andererseits habe ich zeitweise den Überblick verloren, weil gefühlt immer noch mehr böse Wesen dazu kommen. Darüber hinaus muss ich anmerken, dass die Autorin wirklich nichts beschönigt – sprich die Kampfbeschreibungen sind roh und sehr bildhaft beschrieben. Das ging manchmal schon an meine Schmerzgrenze, wenn aufgeschlitzte Bäuche etc. ins Spiel kommen. Wer so etwas nicht lesen mag, wird mit diesem Buch nicht glücklich. Bei mir hat es dennoch einen Sog entwickelt und ich musste einfach wissen, wie es weiter geht. Vor allen Dingen wartete ich auch bis zu letzt auf die Lovestory.
Es ist nicht so, dass da gar nichts ist, irgendwann entwickelt Aster Gefühle für Will – obwohl sie ihn insgeheim immer noch für einen Feind hält. Aber irgendwie geht es da nicht vorwärts. Im Gegenteil, irgendwann kommt da noch jemand ins Spiel. Alles sehr verwirrend und teilweise ziemlich ausgeholt. Ich habe teilweise zwischendurch auch echt abgeschaltet und gewartet, wie es weiter geht. Auf jeden Fall ist klar, dass ich den zweiten Teil lesen muss. Ich möchte unbedingt wissen, wie das Ganze ausgeht und habe die vage Hoffnung, doch noch irgendwann die Zusammenhänge zu kapieren. Bis dahin gehe ich dann mal davon aus, dass sich in Sachen Liebe auch noch etwas tut und der zweite Band kein komplettes Gemetzel wird. Das wäre mehr als schade.
Zu den Charakteren muss ich sagen, dass sie jede Menge Überraschungen zu bieten haben und wirklich schwer zu durchschauen sind. Gut oder böse wird nicht ganz klar, mit Sympathien ist es auch so eine Sache. Aster ist nicht wirklich ein liebenswerter Charakter und doch ist sie interessant und eine starke Persönlichkeit, die sich sehr für ihre Familie und ihre Freiheit einsetzt. Was sie dann ja doch wieder menschlich macht. Will dagegen hat von Anfang an etwas sympathisches an sich – obwohl er zu den bösen Nightweavern gehört, die die Menschen unterdrücken. Fragt mich bitte nicht, was genau die Nightweaver eigentlich sind, hier habe ich ebenfalls so manches Fragezeichen.

Meine Bewertung / mein Fazit zu „Nightweaver“:
Puh, nicht ganz leicht. Wie gesagt, ich bin unentschlossen. Einerseits kann ich es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen, andererseits ist mir vieles schleierhaft und gleichzeitig definitiv zu viel Gewalt im Spiel. Wäre das Ganze ein Film, wäre es wohl ein Fantasy-Action-Film mit mindestens FSK 16 oder sogar 18 (aber nicht aus Gründen von Sexszenen oder ähnlichem) voller Kampfszenen mit viel Effekt. Es ist ein bisschen wie ein Unfall, bei dem man einfach nicht wegschauen kann. Mein Tipp: Lest am besten mal rein, denn es geht direkt los mit einer Seeschlacht – ihr bekommt also direkt einen kleinen Eindruck davon, was euch erwartet.
Ich bin dann mal gespannt, ob ich bald erleuchtet werde und wünsche euch ganz viel spannende Unterhaltung.
Deborah

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Vielen lieben Dank an dtv für das Rezensionsexemplar. Weitere Infos zum Buch findet ihr auf der Internetseite des dtv Verlages.
