Ich freue mich sehr, euch „Wir Verlorenen“ von Jana Taysen vorstellen zu dürfen. Der Debüt-Roman ist im Kirschbuch Verlag erschienen und klang von Anfang an vielversprechend. Eine dystopisches Jugendbuch, das überhaupt nicht so dystopisch rüber kommt im Jahr 2020 und darüber hinaus auch hier in Deutschland spielt. Ich war von Anfang an neugierig auf dieses Buch.


Das Cover von „Wir Verlorenen“ wirkt auf erfrischende Art komplett anders als die von den großen Verlagen. Ich hatte anfangs die Befürchtung, dass es vielleicht übersehen werden könnte. Da die Geschichte von Jana Taysen aber mehr ist als nur eine Dystopie und sich etwas schwer einordnen lässt, finde ich das Cover nun doch sehr passend. Stellt doch die Pusteblume hervorragend dar, wie sehr sich unser Leben durch unerwartete Zwischenfälle von einer auf die andere Minute ändern kann und nicht immer beeinflussen lässt. Wir werden einfach fort getragen wie eine Pusteblume im Wind, sind zwar frei aber auch verletzlich…


Darum geht es:


Die junge Smilla und ihre kleine Schwester Jera leben nach einer Pandemie zusammen mit wenigen anderen Überlebenden in einem Bunker in der Eifel. Das Leben, das sie bis dahin kannten, gibt es nicht mehr. Die wenigen Überlebenden sind gezwungen, sich wie in alten Zeiten zu ernähren. Es ist ein täglicher Kampf, indem sich auch verschiedene kleine Gruppen bekriegen. Smilla muss ständig auf der Hut sein, wenn sie sich draußen auf der Jagd befindet.


In Smillas neuer Welt gibt es keinen Platz für Liebe und Glück. Als sie durch Zufall auf ihren ehemaligen Nachbarn Falk trifft, macht sie sich dennoch ein wenig Hoffnung. Doch sie spürt von Anfang an, das da etwas ist. Kann sie Falk vertrauen oder hintergeht er sie?


Interview mit Jana Taysen:


Jana Taysen hat uns dafür einen Sonntag Nachmittag geopfert und sich mit uns in Köln getroffen. Vielen Dank dafür, liebe Jana!


Hier habe ich euch die Bilder des Interviews, die ich im Rahmen unserer Instagram-Tour erstellt habe.


Handlungsort Monschau:


Zur Vorbereitung unseres Beitrages sind wir im Spätsommer nach Monschau gefahren. Ein wirklich schönes Städtchen in der Eifel. Leider war es an diesem Tag ziemlich überlaufen (kein Wunder bei dem tollen Wetter). Dennoch konnten wir einige schöne Bilder machen um euch einige der Handlungsorte zu zeigen.


Als Smilla in einer nahen, postapokalyptischen Zukunft nach der Plage nach Monschau kommt, hat die Stadt quasi ihr mittelalterliches Flair wieder. Die Stadt ist schmutzig, es geht derbe zu und auf dem Markt werden Waren getauscht – Geld hat keinen Wert mehr. Gefragt sind Tauschwaren wie Medikamente, Lebensmittel, Kleidung…




Auf dem ersten Bild seht ihr den Ort, an dem Smilla das Buch „Heilpflanzen der Eifel“ gegen eine Wollmütze tauscht. Hinter einer der roten Türen liegt im Buch eine Buchhandlung. Das nächste Bild zeigt die Kaffeerösterei, in der Smilla zusammen mit Falk einen Eichelkaffe trinkt. Vom Markt konnte ich leider kein Foto machen – zu viele Menschen bei dem schönen Spätsommerwetter. Allerdings seht ihr auf dem dritten Bild ein klitzekleines bisschen vom Marktplatz. Das nächste Bild zeigt den Hingucker in Monschau: das „Rote Haus“. Hier sucht Smilla nach Falk, findet ihn aber nicht. Danach gibt es noch ein paar Fachwerkhäuser, einfach um einen Eindruck von Monschau zu bekommen.


Mein Eindruck zum Buch:



„Wir Verlorenen“ spielt in einer nahen Zukunft. Eine Zukunft, in der die Plage (nein, nicht Corona, das war davor), einen Großteil der Menschheit getötet hat. Die Versorgung in den Städten brach komplett zusammen und mit ihr die moderne Gesellschaft. Die Überlebenden kämpfen tagtäglich um ihr weiteres Überleben in der Natur.


Ich war von Anfang gefangen in der Geschichte, denn man ist sofort mittendrin im Geschehen und erlebt mit, wie Menschen wie du und ich plötzlich wieder wie vor langer Zeit leben, als Jäger und Sammler, ohne Annehmlichkeiten wie Strom und heißes Wasser – somit natürlich auch ohne Heizung, Herd/Backofen, Smartphones, Internet oder gar Radio. Es ist wie ein spannendes Gedankenexperiment, das nicht mehr weit hergeholt klingt. Denn fragen wir uns nicht alle in letzter Zeit häufiger, was wäre wenn? Haben wir die Gewissheit, ob nicht irgendwann durch die Globalisierung ein noch aggressiveres Virus verbreitet wird, das große Teile der Menschheit auslöscht?


Smilla und ihre kleine Schwester sind auf sich gestellt. Ihre Mutter starb durch die Plage und ihr Vater ist verschwunden – sie haben keine Ahnung, ob er noch lebt. Zum Glück haben die Mädchen Anschluss an eine Gruppe gefunden. Auch wenn das Zusammenleben in einem Bunker sehr hart ist. Smilla ist sich nicht sicher, wem sie trauen kann und wem nicht. Und dann gibt es da noch andere Gruppen, wie „Die verlorenen Jungs“, die alle in Angst und Schrecken versetzen.

„Wir Verlorenen“ ist ein starkes Erstlingswerk, das mich mitleiden aber auch mitfühlen und hoffen ließ. Den Erzählstil von Jana Taysen fand ich glaubwürdig und spannend. Deshalb hoffe ich auf einen zweiten Teil, denn ich möchte unbedingt erfahren, wie es mit Smilla, Jera und den anderen weiter geht. Finden sie zurück in die Zivilisation beziehungsweise gibt es diese überhaupt noch irgendwo? Ich muss es einfach wissen. Aber wie uns die liebe Jana Taysen schon verraten hat, arbeitet sie bereits an der Fortsetzung. Ich freue mich schon jetzt sehr darauf.


Mein Fazit zum Debüt von Jana Taysen:


Spannende Unterhaltung, die einem manchmal eine Gänsehaut beschert bei dem Gedanken, dass so etwas tatsächlich passieren könnte. Das Szenario erscheint nicht unrealistisch. Jana Taysens erster Roman hat mich mitgerissen und mir viele spannende Lesestunden geschenkt.


Schaut euch das Buch unbedingt mal an in der Buchhandlung eures Vertrauens. Ich bin sicher, es wird euch gefallen, wenn ihr dystopische Jugendromane mögt. Ein besonderer Reiz ist auf jeden Fall, dass das Ganze mal quasi vor der Haustür spielt und nicht irgendwo in einem fernen Land.


Von mir gibt es eine ganz dicke Leseempfehlung für dieses tolle Buch von der sympathischen Jana Taysen!


Ich wünsche euch spannende Unterhaltung!

Deborah


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Vielen lieben Dank an den Kirschbuch Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Infos zu Jana Taysen und „Wir Verlorenen“ findet ihr auf der Internetseite des Kirschbuch Verlages. Noch ein heißer Tipp: Solltet ihr online bestellen möchten, macht dies bitte über den Verlagsshop des Kirschbuch Verlages, denn dann erhält Jana Taysen noch eine zusätzliche Marge.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Auf meiner Instagram-Seite findet ihr die Links zu den einzelnen Teilnehmern der Instagram-Tour zu „Wir Verlorenen“. Dort gibt es jede Menge interessante Hintergrundinfos.