Ich bin ein sehr großer Fan von Miriam Rademachers Banshee Livie Reihe. Umso neugieriger war ich natürlich, als ich gesehen habe, dass beim Zeilenfluss Verlag der Ostseekrimi „Die tödlichste Lösung“ von Miriam Rademacher erscheint. Ganz klar, musste ich einfach lesen.


Darum geht es:


Polizistin Hedi Voss ist im Erziehungsurlaub. Söhnchen Riko macht ihr zwar Arbeit, aber das reine Muttersein erfüllt sie dann doch nicht so recht. Weswegen sie auch schon das eine oder andere Mal sehnsüchtig ihrem Funkgerät, das heimlich den Weg in ihr zu Hause fand, abhört. Ihr Kollege Thure hat da eine Idee, wie der Hedi etwas beschäftigen kann. Damit schlägt er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Tod der jungen Laura an einer Steilklippe in Eckernförde wurde zwei Monate zuvor als Unfall gewertet und nicht weiter untersucht. Doch Familie und Freunde von Laura und die Öffentlichkeit sehen diesen Fall anders und die Ermittler geraten ins Kreuzfeuer der Kritik. Hedi soll sich nun – natürlich inoffiziell – mit dem Fall beschäftigen und herausfinden, ob eventuell doch Mordermittlungen gegen drei junge Leute notwendig sind.


Als die auch noch die Youtuberin, die den Fall auf ihrem True-Crime-Kanal durchleuchtet, spurlos verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse und eine Hetzjagd im Internet beginnt. Sowohl die möglichen Täter als auch die Polizei werden an den Pranger gestellt. Und Hedi begibt sich ihrerseits ebenfalls in Gefahr.

Klappentext zu "Die tödlichste Lösung" von Miriam Rademacher.


Ein wenig mehr Infos zur Ermittlerin Hedi Voss:


Hedi Voss ist Polizistin mit Leib und Seele und fühlt sich in ihrer Mutterrolle wohl doch sehr eingeschränkt. Ihr Mann Lars hat wirklich sehr viel Verständnis. Ich habe häufiger die stoische Ruhe bewundert, mit der er Hedis Enthusiasmus für die heimlichen Ermittlungen erträgt. Und was der kleine Riko so alles erleben darf. Darüber reden wir lieber nicht. Mancher Mama würden sich hierbei sicher die Haare zu Berge stellen. Wenn sie liest, wie Hedi ihr Kind bei ihren Ermittlungen mitschleppt und vor allen Dingen wie sie es im Auto transportiert. Das eine oder andere Mal beschlich mich der Gedanke, ob Hedi sich vielleicht doch noch ein bisschen mehr Zeit hätte lassen sollen mit dem Nachwuchs. 😉

"Die tödlichste Lösung" an der neuen Küstenlinie in Norddeich.


Meine Eindrücke zu „Die tödlichste Lösung“:


Als erstes vorab: Miriam Rademacher kann auf jeden Fall auch klasse Krimis schreiben! Sollte es irgendwann wieder Ermittlungen von Hedi Voss geben, bin ich definitiv wieder dabei.


Der spannende Krimi ist aufgeteilt in drei Ebenen: Zum einen erfährt man fortlaufend und Stück für Stück von Laura und den anderen Beteiligten selbst, was an dem verhängnisvollen Festival-Wochenende im Sommer 2018 in Eckernförde geschah und in welchem Verhältnis Laura zu den Verdächtigen (ihrer unzuverlässigen Freundin Isi, deren Ex- und Wiederfreund Robbie und Tim, einem vorbestraften und ziemlich gewalttätigen jungen Mann) stand.


Dann gibt es noch die Beiträge auf dem True-Crime-Kanal Lost, in denen die Youtuberin Familie, Freunde und Zeugen zu Wort kommen lässt. Besonders interessant sind hierbei die Kommentare und die erschreckende Eigendynamik, die sich entwickelt. Denn schon schnell werden die Begleiter von Laura hier als Mordverdächtige gebranntmarkt.


Und schließlich und endlich die Ermittlungsarbeiten durch Hedi einige Monate später, im Herbst 2018. Besonders hilfreich für Hedis Ermittlungen erweist sich ihre Canasta-Freundin Cora. Die alte Dame ist fleißig Netz unterwegs und erstaunt Hedi mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten. Diese Kenntnisse könnten Hedi auch bei der Suche nach der verschwundenen Youtuberin helfen.

Das Buch im Hafen von Greetsiel mit Blomaus und Dekosarg.


Meine Bewertung zu „Die tödlichste Lösung“:


Mir persönlich gefällt die Aufteilung in die unterschiedlichen Ebenen unheimlich gut. So manches Mal habe ich zurückgeblättert, und habe mir auch die Kommentare unter den jeweiligen Beiträgen des Youtube-Kanals noch einmal genauer angeschaut, weil ich das Gefühl hatte, hier ebenfalls wichtige Details zu entdecken.


Besonders spannend und auch ehrlich gesagt erschreckend finde ich die im Lauf der Zeit entstehende Eigendynamik und den Weg zur offenen Selbstjustiz. Man erkennt ganz gut, wie niedrig die Hemmschwelle ist, damit aus dem Gefühl des Rechthabens und Besserwissens eine Art Lynchjustiz wird. Und wie aus einer Onlinediskussion plötzlich handfeste Angriffe entstehen, weil man sich sicher ist, die Täter zu kennen. Miriam Rademacher hat hier vermutlich auch ein gutes Stück Gesellschaftskritik untergebracht.


Als Cozy Crime würde ich „Die tödlichste Lösung“ nicht unbedingt einstufen, auch wenn es sich um eine frisch gebackene Mutter handelt, die hier ermittelt. Ja, es gibt den einen oder anderen lustigen Spruch oder auch unterhaltsame Szenen, aber so gemütlich, dass es Cozy wäre, geht es wirklich nicht zu. Es wird richtig spannend und als Leser erfährt man erst am Schluss, was tatsächlich geschah. Und natürlich auch, was sich daraus für Folgen für alle Beteiligten ergeben.


Das Buch auf einer Mauer im Hafen Neuharlingersiel mit Deko und Blogmaus.


Mein Fazit:


Ihr liebt spannende Krimis? Perfekt, dann solltet ihr euch „Die tödlichste Lösung“ mal genauer anschauen. Dieser Krimi hat es in sich, ordentlich Spannung ist vorhanden. Hedi Voss ist sympathisch, aber auch sehr ehrgeizig und manchmal etwas verpeilt. Mutter des Jahres wird sie bestimmt nicht, legt aber auch keinen Wert darauf, so lange es ihrem Riko gut geht.


Miriam Rademachers Krimi könnt ihr natürlich in jeder Buchhandlung vor Ort bestellen.


Ich wünsche euch schon jetzt spannende Unterhaltung,


Deborah


Miriam Rademachers "Die tödlichste Lösung" mit Blogmaus und Kerze im Garten


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Vielen lieben Dank an den Zeilenfluss Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Infos zu Miriam Rademacher und „Die tödlichste Lösung“ findet ihr auf der Internetseite des Zeilenfluss Verlages.