Willkommen im Sommer in der Provence mit Hermien Stellmacher!


Endlich gibt es ein neues Buch von einer meiner Lieblingsautorinnen: Hermien Stellmacher. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, gibt es zu jedem Buch, das ich von ihr gelesen habe, eine Rezension auf Deborahs Bücherhimmel. Egal, ob es sich um die lustigen Bücher unter dem Namen Fanny Wagner oder Romane unter ihrem Namen Hermien Stellmacher handelt, ich wurde bisher nie enttäuscht, denn die sympathische Autorin schreibt ihre Romane mit viel Herzblut und einer gesunden Portion Humor.


Heute stelle ich euch also „Die Katze im Lavendelfeld“ von Hermien Stellmacher vor. Das Buch ist im Mai 2019 beim Insel Verlag erschienen. Ganz klar, dass ich es unbedingt und ganz schnell haben musste. Umso schöner, dass es wieder eine Leserunde zusammen mit Hermien bei Lovelybooks gibt. Und ich darf wieder dabei sein – obwohl es mir immer wieder schwerfällt, das jeweilige Buch nicht in einem Rutsch durchzulesen. Einmal angefangen, möchte ich doch ganz schnell wissen, wie es weitergeht.



So, genug Einleitung, kommen wir zum neuen Buch von Hermien Stellmacher.


Darum geht es:


Die Foodbloggerin Alice sucht händeringend ein neues zu Hause in Beaulieu, ihrer neuen Heimat. Aktuell wohnen sie und ihre zwei Katzen Zazou und Colette in einer Wohnung, was aber nur eine Übergangslösung sein soll. Alice hat zum Glück schon sehr gute Freunde in dem Ort. Der Restaurantbesitzer Georges und die 78-jährige Jeanine stehen Alice gerne zur Seite. Allerdings macht sich Alice bald Sorgen um ihre gute Freundin Jeanine, die immer häufiger Dinge vergisst. Durch Jeanine kommt Alice zu einer weiteren Katze, der kleinen Glückskatze Trouvé, der Katze, die im Lavendelfeld gefunden wurde. Trouvé möchte sich gerne mit Zazou und Colette anfreunden, aber die beiden älteren sind darüber nicht sonderlich erfreut und hauen einfach ab.


Doch das ist nicht das einzige, das für Alice in diesem Sommer schief läuft. Alice sehnt sich nach ihrem Mann Léon. Zwei weitere Männer schmeißen sich kräftig ins Zeug, um ihr näher zu kommen. Und zu allem Überdruss wird ihr dann noch die Wohnung völlig überraschend gekündigt. Nun drängt die Zeit, ein passendes Haus für Alice zu finden. Doch das ist gar nicht so einfach…



Meine Bewertung:


War ich zuvor mit den Büchern von Hermien Stellmacher in Cornwall („Cottage mit Kater“) und in der Toskana („Katzenglück und Dolce Vita“), so reiste ich jetzt mit „Die Katze im Lavendelfeld“ in die Provence. Was macht es schon, wenn es draußen regnet, wenn ich drinnen ein so schönes Buch lesen kann, das mich gedanklich in die Provence reisen lässt? Nachdem unser Urlaub dieses Jahr buchstäblich ins Wasser gefallen ist (nein, er ist nicht ausgefallen, aber er war schön grau, schön windig, schön kalt – eben nicht bunt und warm), habe ich mich so darauf gefreut, ein Buch über Südfrankreich zu lesen. In allen Büchern dieser Reihe geht es um Entscheidungen, neue Wege, neue Chancen, Glück und nicht zu vergessen natürlich Katzen, die durchaus ihren Anteil daran haben, dass das alles so klappt mit dem Glück. Manchmal brauchen die Menschen einfach einen kleinen Schubs.


Und so ist es auch dieses Mal. Alice muss einige Entscheidungen treffen, um sich ihr Glück zu erkämpfen. Es bedeutet jedoch, einiges loszulassen, was ihr zunächst noch schwer fällt. Doch wozu hat man Freunde, oder in Alices Fall quasi eine Wahlfamilie, die ständig wächst? Alice hat so viel Rückhalt, dass sie sich eigentlich fallen lassen kann, doch zunächst kann und möchte sie das noch nicht zulassen.


Mein Lieblingszitat fand ich auf Seite 270, es kommt von dem Jungen, der seinen selbst gebauten Globus verkaufen möchte, und beschreibt eigentlich genau das, worum es im neuen Buch von Hermien Stellmacher geht:


„Aber seine Träume sollte man doch nicht verkaufen“, sagte Alice.

Der Junge nahm seine runde Brille ab, putzte sie gewissenhaft und setzte sie sich wieder auf die Nase. „Ich glaube, man darf sie gehen lassen, wenn etwas Neues ihren Platz eingenommen hat“, sagte er. „Auch Träume können ihre Gültigkeit verlieren. Dann wäre es ein Fehler, an ihnen festhalten zu wollen.“

(Zitat Seite 270, Hermien Stellmacher, Die Katze im Lavendelfeld, Insel Verlag)


Neben Alice sind mir Georges, Willem, Josephine, Henri, der dichtende Immobilienmakler Dumont, die Katzen und natürlich Jeanine sehr ans Herz gewachsen. Insbesondere Jeanine, diese wunderbare Frau, die sich jeder als Freundin wünschen würde. Für ihre Lieben tut sie alles, obwohl es ihr immer schwerer fällt, mit ihren Gedanken im Hier und Jetzt zu bleiben. Immer öfter ist sie in Gedanken bei Jacques, ihrer großen und mysteriösen Liebe.


„Die Katze im Lavendelfeld“ ist aber keinesfalls ein schwermütiges Buch. Es ist so voller Leben, Farben, Freude und Liebe und Provence. Was will man mehr? Ich hatte mehrfach Grund zu lachen. Alleine die Hausbesichtigungen mit Monsieur Dumont sind schon ein Traum. Der Immobilienhändler dichtet sich um Kopf um Kragen, um Alice die alten Kisten schmackhaft zu machen, die derzeit auf dem Immobilienmarkt vorhanden sind. Er kann einem fast leid tun dabei – wenn es nicht so komisch wäre. Monsieur Dumont kann ja nicht ahnen, dass Alices Herz schon für ein ganz bestimmtes Haus schlägt.


Es gibt einige sehr skurrile Momente (die Hausbesichtigungen zum Beispiel) und eindrucksvolle Heiratsangebote…Dass Alice da nicht zuschlägt, kann ich gar nicht verstehen… Ich sage nur soviel: ein ansehnliches Bauarbeiterdekolleté und ein Hase spielen darin eine Rolle. Nein, mehr verrate ich nicht. Wie das zusammenhängt? Das müsst ihr einfach selbst lesen.


Alices Blog-Projekt „Wenn ich zum letzten Mal ein Essen zubereiten dürfte, wäre es dieses.“, in dem sie Rezepte von den verschiedensten Personen sammelt, finde ich sehr interessant. Toll ist, dass Georges diese Gerichte sogar in seine Restaurantkarte übernimmt. Eine bereichernde Zusammenarbeit für die beiden Freunde. Überhaupt ist Alices Werdegang etwas außergewöhnlich: von der Biologin, zur Gärtnerin und dann Foodbloggerin. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass ihr die Gartenarbeit noch viel näher ist, als das Kochen. Sie ist auf jeden Fall nicht die typische Foodbloggerin, die ständig am Herd steht oder ihre gezauberten Werke ansprechend arrangiert fotografiert (wohl der Hauptgrund, warum ich nie eine Foodbloggerin werden könnte – das mit den Fotos werde ich nie so schön hinbekommen…)


Hermien Stellmacher gelingt das, was so mancher Blogger in wunderschönen Fotos ausdrücken kann, allein mit ihren Worten. Sie schafft es, den Leser vom ersten Moment an abzuholen und mitten in die Provence zu entführen. Mitten rein ins pralle Leben der Märkte, das Dorfleben, die Düfte und die satten Farben der Provence. Und genau aus diesem Grund mag ich die Bücher der Autorin so sehr. Manch einer wird die Beschreibungen vielleicht zu ausführlich finden, ich finde sie jedoch genau richtig, um ein Bild mit Tiefenwirkung entstehen zu lassen. Ein Bild, durch das ich wie durch eine Tür hindurchgehen kann, um mich in der Handlung vor Ort wiederzufinden.


Und so freute ich mich, weinte (aber nur ein bisschen), lachte und genoss zusammen mit den Protagonisten eine sehr schöne Zeit in Beaulieu. Das eine oder andere Mal bekam ich einfach Hunger. 😉 Ach ja, bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Es gibt natürlich nicht nur sympathische Figuren in dieser Geschichte. Ansonsten wäre ja alles eitel Sonnenschein und langweilig. Also keine Sorge, es gibt ein paar fiese Typen (falls ihr ohne Bösewicht nicht leben könnt). Was es nicht gibt: Rezepte. Da muss ich euch leider enttäuschen.


Mein Fazit zum neuen Buch von Hermien Stellmacher:


Könnte ich kurz halten: Ich liebe es. Punkt.


„Die Katze im Lavendelfeld“ von Hermien Stellmacher ist für mich ein Buch, das den grausten Tag ein wenig bunter macht und mich zum Lächeln bringt. Zu eurer Info: Ich schreibe diesen Satz gerade bei gefühlten 30° im Wohnzimmer. Vor dem Fenster quietschblauer Himmel mit ein paar weißen Wölkchen. Der Sommer ist angekommen. Aber es gibt eben andere graue Tage, an denen ich etwas Aufmunterung brauche.


Ihr braucht Urlaub, könnt aber nicht weg? Ihr möchtet trotzdem etwas Provence-Gefühl? Dann seid ihr hier genau richtig. „Die Katze im Lavendelfeld“ ist ein sehr schönes Sommerbuch, ohne eine platte Liebesschnulze zu sein. Ihr bekommt hier das komplette Verwöhnpaket: Freundschaft, Sehnsucht, Liebe, Neid, Eifersucht, Sonne, Lavendel, Provence, Katzen, gutes Essen… Und das auf 300 Seiten. Es ist also auch durchaus gut zum mitnehmen in den Urlaub.


So ihr Lieben, genug geschwärmt. Nun könnt ihr entscheiden, ob ihr es lesen möchtet. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir auf Instagram (ihr wisst schon: dehapunkt oder per E-Mail erzählt, wie es euch gefallen hat. Ich wünsche euch viel Spaß mit Alice und ihrer durchgeknallten Katzenbande und all ihren Freunden in Beaulieu!


Deborah


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Folgenden Link kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:


Weitere Infos zu und Buch findet ihr auf der Internetseite des Insel Verlages. Meinen herzlichen Dank an Hermien Stellmacher, den Inselverlag und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar, das ich im Rahmen der Leserunde gewonnen habe.