Heute stelle ich euch ein Buch vor, dessen Erscheinungstermin ich im Herbst 2020 sehnlichst erwartet hatte: Rising Skye von Lina Frisch. Endlich durfte ich erfahren, wie die Geschichte um Skye und Hunter weiter geht und ob beide das Kristall stoppen können. Ich habe das Buch längst verschlungen, kam aber aufgrund einiger Umstände länger nicht dazu, die Rezension dazu zu schreiben. Um dem zweiten Teil dieser wahnsinnig spannenden Dystopie gerecht zu werden, habe ich das Buch erst noch einmal gelesen. Und ich fand es genauso packend wie beim ersten Mal.


Achtung: Spoiler zu Falling Skye!


Darum geht es:


Rising Skye knüpft direkt an Falling Skye an. Skyes Welt ist nicht mehr die gleiche wie noch wenige Wochen zuvor. Sie hat von den Plänen der Regierung erfahren und weiß von Hunter, dass ihr Vater Hunters Mutter Sol getötet hat. Darüber hinaus erwartet ihre Mutter Beth, dass Hunter Skye nach ihrer Testung als Rationale zu ihr bringt. Nachdem Skye und Hunter die Flucht aus dem Testcenter gelungen ist, verlieren sie leider die Beweise für die Pläne zu ReNatura als Skye beinahe einem Anschlag zum Opfer fällt. Hunter rettet sie und bringt sie zu Freunden in ein Reservat. Er hofft, dass Reka, eine Freundin seiner Mutter, und deren Tochter Yana ihnen weiterhelfen können.


Doch schon bald stellt sich heraus, dass Skye und Hunter mehr als vorsichtig sein müssen, da die Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen. Wem können sie noch vertrauen? Nicht nur die Kristallisierer sind hinter den beiden her. Und wie lange bleibt ihnen noch Zeit, die Pläne von Chloe Cremonte zu durchkreuzen und die Kristallisierung zu stoppen? Das Netz zieht sich immer weiter zu, als es plötzlich überall die Checks gibt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem sich Skye und Hunter verlieren. Können zwei Jugendliche tatsächlich ein System stürzen?


Etwas mehr zum Inhalt von Rising Skye:


Ich liebte den ersten Teil der Skye-Dilogie schon sehr und fand ihn unheimlich spannend und aussagekräftig. Für mich hat Lina Frisch im zweiten Teil noch ein Schippchen draufgepackt mit dieser atemlosen Jagd quer durch die Gläsernen Nationen. Skye entwickelt sich von einem bockigen Mädchen zu einer mutigen Rebellin, die selbst dann nicht aufgibt, als Hunter verschwindet und sie auf sich allein gestellt ist. Rising Skye ist sowohl aus Skyes als auch aus Hunters Sicht geschrieben, was das Ganze sehr lebendig macht.


Skye wächst mit ihren Aufgaben und widersetzt sich einem System, das mehr und mehr die Freiheiten des Einzelnen einschränkt und zu vorsintflutlichen Werten zurückkehren möchte. Kurz gesagt sollen bei ReNatura alle ihrer „natürlichen Bestimmung“ folgen: Männer sind die Rationalen und Frauen die Emotionalen. Die Rationalen sollen alle wichtigen Positionen einnehmen und die Emotionalen beschützen. Die Emotionalen hingegen sollen sich nur noch um die eigene Familie und auch andere kümmern. Alle anderen, die dieser Einteilung nicht entsprechen, passen nicht in dieses System und sollen umerzogen werden. Die breite Bevölkerung ahnt davon noch nichts.


Erschreckenderweise begrüßen die meisten Bürger die nach und nach eingeführten Maßnahmen für mehr Sicherheit und freuen sich, ihren kostenfreien Check entgegenzunehmen. Es handelt sich dabei um ein Gerät, das sie an ihrem Handgelenk tragen und das jede Bemerkung aufzeichnet und jede Bewegung verfolgt. Dieses Gerät wird außerdem zu ihrem einzigen Zugang zu Informationen über das neue soziale Netzwerk Octagon, da das Internet einfach ausgeschaltet wird. Gleichschaltung lautet das Zauberwort. Eine absolut gruselige Vorstellung. Aber absolut praktisch für eine Diktatur: Können sich doch so Aufständische nicht mehr untereinander kommunizieren und potenzielle Gegner des Systems direkt herausgefiltert werden. Logisch, dass diese dann von der Bildfläche verschwinden.


Kein Wunder, dass die Profile aus dem Boden spießen wie die Pilze, jetzt wo alle freudig ihre Handys und damit ihren Zugang zu den alten sozialen Netzwerken abgeben. Die Menschen kommen nicht lange ohne Brot und Spiele aus.“
(Zitat aus Rising Skye von Lina Frisch, Seite 166)

Lina Frischs neues Buch mit Deko und Blogmaus auf einer Mauer


Die Charaktere:


Die Beziehung von Skye und Hunter steht in Rising Skye ziemlich auf der Kippe, da sich beide nicht zu 100% vertrauen und auch nicht ganz ehrlich zu einander sind. Dennoch hatte ich jederzeit das Gefühl, dass die beiden zusammengehören. Beide sind auf sich gestellt und haben wichtige Personen in ihrem Leben verloren. Und beide haben ihre Familien verloren, wenn auch auf unterschiedliche Art. So werden sie sich gegenseitig zu ihren Ankern und das in einem Lebensabschnitt, in der das Leben einfach erst einmal genossen werden sollte. Sie müssen ziemlich schnell erwachsen werden in einer Welt, in der nichts mehr sicher ist, eine Welt, die sich immer mehr zum Gefängnis entwickelt. Dementsprechend entwickelt sich ihre Liebesgeschichte nur zaghaft und eher am Rande.


Skye war sich am Anfang der Geschichte so sicher, eine Rationale zu sein. Mittlerweile hat sie jedoch verstanden, dass die Einteilung in Traits nicht funktioniert, denn jeder Mensch hat sowohl rationale als auch emotionale Seiten. Diese Erkenntnis gibt ihr auch ihre Stärke im Kampf gegen das Kristall, denn sie ist nun auch in der Lage, ihre Gefühle, die sie lange Zeit unterdrückt hat, zuzulassen.


Ich bin eine Rationale. Ich bin eine Emotionale. Und ich bin alles, was dazwischen existiert.“
(Zitat aus Rising Skye von Lina Frisch, Seite 180)

Rising Skye mit Blogmaus zwischen Blumen


Hunter mochte ich schon in Falling Skye sehr gerne. Er tut alles, um Skye zu helfen und sie zu schützen, obwohl sie ihm das nicht immer ganz einfach macht. Doch in Rising Skye merkt man immer mehr, dass er mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat und sich Skye gegenüber verschließt. Das wird den beiden beinahe zum Verhängnis.


Yana arbeitet seit Längerem mit Hunter zusammen. Sie sind auch sehr gute Freunde, die sich vertrauen. Das wiederum macht Skye misstrauisch, sie hat Angst, dass Yana sie ausliefern wird. Hunter hat ebenfalls einige Zweifel. Ich mochte Yanas direkte, offene Art, obwohl ich sie schwer einzuschätzen fand.


In Rising Skye habe ich einen zusätzlichen Lieblingsprotagonisten gefunden: Ocean, Yanas Cousin. Ocean ist 14 und wird von allen noch wie ein Kind behandelt, aber er ist ein kluger Kopf und dazu noch sehr sensibel. Ich könnte wetten, dass einige ihn ebenso ins Herz geschlossen haben, wie ich.

Rising Skye auf Steinen mit Blogmaus



Meine Eindrücke zu Rising Skye:


Ich finde diesen zweiten und damit abschließenden Teil der Skye-Reihe wahnsinnig gelungen. Er ist spannend, emotional und spricht so viele gesellschaftskritische Themen an. Es ist unglaublich, wie realitätsnah Lina Frisch diese Geschichte erzählt. Außerdem verfügt die Story über viele unerwartete Wendungen, denn es kommen mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Zielen ins Spiel.


Das Gruselige an dieser Dystopie ist, dass sie gar nicht dystopisch wirkt. All das, was hier geschieht, kann man sich durchaus vorstellen. Diese schleichenden und geheimen Prozesse, eine Demokratie zu einer Diktatur umzubauen. Wenn ihr die Nachrichten verfolgt, finden diese Prozesse schon in vielen Ländern statt. Schritt für Schritt werden Rechte abgebaut, bevorzugt die Rechte von Frauen, Homosexuellen, Andersdenkenden … Die Gesellschaft macht im Moment eher Rückschritte und ich frage mich so manches Mal, ob wir uns auf einer Reise in die Vergangenheit befinden. Gleichzeitig ist es absurd, wie freiwillig wir uns selbst gläsern machen und uns tagtäglich und rund um die Uhr überwachen lassen von Großkonzernen. Was passiert, wenn diese all ihre gesammelten Daten einmal nicht mehr nur für Werbezwecke nutzen?


Falling Skye und Rising Skye haben mich auf jeden Fall sehr nachdenklich gemacht. Natürlich habe ich auch die spannenden Lesestunden genossen, aber ich hoffe, dass die LeserInnen die Intention der Bücher erkennen. Auf jeden Fall solltet ihr auch die Nachworte von Lina Frisch lesen.

Rising Skye mit Tasse, Kristall und Blogmaus


Mein Fazit zu Rising Skye:


Wer A sagt, muss auch B sagen. Wenn ihr also Falling Skye verschlungen habt, solltet ihr natürlich unbedingt auch Rising Skye lesen. Lasst euch überraschen, wie es weiter geht mit Skye und Hunter. Euch erwartet viel Spannung, aber natürlich auch etwas Liebe und viel Freundschaft. Ich bin sehr gespannt, ob ihr Ocean genauso sehr mögt wie ich.


Für die Zukunft hoffe ich auf weitere Bücher von Lina Frisch. Ihre Art zu schreiben gefällt mir und ich freue mich schon jetzt, mehr von ihr zu lesen.


Rising Skye findet ihr beim Buchhändler eures Vertrauens. Schaut doch mal vorbei (sofern offen, ansonsten gibt es bestimmt auch dort einen Bestellservice).


Ich wünsche euch spannende Unterhaltung und einen guten Start in die neue Woche!


Deborah


Ps: Meine Rezension zu Falling Skye findet ihr natürlich ebenfalls hier auf Deborahs Bücherhimmel! Klickt einfach auf den Link. 😉


Rising Skye mit Tasse, Kristall und Blogmaus


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Folgenden Link kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:

Vielen lieben Dank an den Coppenrath Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Infos zu Lina Frisch und ihren Büchern findet ihr auf der Internetseite des Coppenrath Verlages.