Jede Reihe hat einmal ein Ende Und so leider auch die Froststerne-Trilogie. Wie passend ist da der Name „Das Ende aller Geschichten“? Besser geht es eigentlich gar nicht. Von allen drei Bänden habe ich diesen am sehnlichsten erwartet und gleichzeitig am meisten gefürchtet, denn es heißt Abschied nehmen, von Charakteren, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Besonders die tapfere Wichtelin Tomte Teda mit der großen Klappe und dem noch größeren Herz, aber natürlich auch Elvy, Simàja, Erik, Ino, Ritni, Nelli…
Darum geht in „Das Ende aller Geschichten“:
Achtung: Ich halte mich kurz, denn ich möchte natürlich nicht spoilern – was bei dem Abschluss einer Trilogie natürlich nicht einfach ist und definitiv nicht ganz vermieden werden kann. Darum empfehle ich euch, diese Angabe zum Inhalt und meine Lesseindrücken besser nicht lesen, wenn ihr die ersten beiden Teile noch nicht gelesen habt! 😉 Denn Teil 3 schließt natürlich direkt an die Vorgängerbände Froststerne Erinnere Dich! und Durch Traum und Eis an und es geht spannend weiter.
Elvy ist es gelungen, aus der Eisfestung zu entkommen. Nicht allein, denn sie hat Sviila, die rechtmäßige Erbin des Throns der Somaelfar bei sich, das unerschrockene Eishörnchen Nelli und einen Eisklumpen mit einer ziemlich tiefgefühlten Wichtel-Trainerin. Erik konnte sie jedoch leider nicht mitnehmen. Schweren Herzens lässt sie ihn zurück. Erik nimmt ihr das Versprechen ab, ihn zu töten, sollte er sich komplett in den Schneeprinzen Ys verwandeln. Elvy hofft natürlich darauf, dass es niemals so weit kommen wird. Doch Ys gibt nicht auf und verfolgt Elvy in der wachen Welt und im Traum.
Da es nun an der Zeit ist, sucht sie ihre Schneeschwester Simàja und geht mit ihr auf eine lange und gefährliche Reise, um die Völker Ymatàjas unter Simajàs Führung zu einen und gemeinsam die Frostkönigin Ysirka anzugreifen. Zum Glück wird ihre Bitte erhört und den Meerfrauen gelingt es darüber hinaus, eine große Kriegerin ins Leben zurückzuholen, die bereit ist, den Frostkriegerin kräftig in den Hintern zu treten. Und so kommt es zur großen, alles entscheidenden Schlacht um Ymatàja und die ganze Welt. Die Schneeschwestern hoffen mithilfe ihrer Froststerne und all ihren Unterstützer gut gewappnet zu sein. Doch gibt es noch Hoffnung für Erik?

Meine Leseeindrücke zum Abschluss der Trilogie:
Ich hatte es nicht anders erwartet: Der dritte Band der Froststerne-Reihe lieferte einfach ein fulminantes Ende voller Tragik, Spannung aber auch Humor. Genauso, wie ich es von Anna Fleck erwartet hatte. Ihr könnt euch sicher sein, die eine oder andere Träne zu verdrücken, manchmal auch zu lachen, mitzufiebern und zu hoffen…und noch ein bisschen zu weinen wegen all der Abschiede.
Zum Glück hatte ich fast 500 Seiten Zeit, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass die Geschichte der Schneeschwestern Elvy und Simàja tatsächlich beendet ist und ich keine weiteren Weisheiten meiner Lieblings-Wichtelin Tomte Teda mehr lesen dürfte (aber wenigstens war sie noch mal mit vollem Arschtritt-Einsatz dabei). Wie grausam, gemein und doch so schön. Ich hab das Ende geliebt und gleichzeitig gehasst.
Bis dahin gibt es aber noch so viel zu erleben. Es stehen Bündnisse an und ein großer Kampf. Was mir wieder sehr gut gefallen hat: Die Selbstständigkeit und die Stärke der Schneeschwestern. Überhaupt der feministische Ansatz in dieser ganzen Romanreihe. Hier wartet keiner auf den Prinz auf dem weißen Pferd – nein, ganz im Gegenteil, hier kämpfen die Frauen mit Mut und Geschick um Freiheit. Egal ob alt oder jung, egal, zu welchem Volk sie gehören. Letztendlich geht es in diesem dritten Teil um die Rettung zweier Welten. Denn sowohl Ymatàja als auch unsere Welt sind in großer Gefahr und es bleibt nur wenig Zeit für beide Welten.
Was mir unheimlich gut gefallen hat: Es wurde zwar spannend, ernst, teilweise sogar echt düster aber die Geschichte wird dennoch immer wieder – wenn manchmal auch nur einen Hauch – aufgelockert durch Tomte Tedas freche Sprüche, die tierischen Sidekicks Nelli oder Ritni oder sonst etwas, das mich wieder zum Schmunzeln brachte. Was sich wie ein roter Faden durch die komplette Geschichte zieht, sind Elvys Gefühle für Erik (und umgekehrt). Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist einfach schön – und es gibt sogar eine weitere, die sich anbahnt. Außerdem war es mir beim Lesen eigentlich permanent kalt. Was dafür spricht, wie gut Anna Fleck alles beschrieben hat. 🙂 Der hohe Norden ist wohl temperaturmäßig eher nichts für mich. Da kommt mir das nächste Reiseziel der Autorin doch schon wieder mehr entgegen: Venedig.

Mein Fazit / meine Bewertung zu Froststerne 3 – Das Ende aller Geschichten:
Wie oben schon ausführlich beschrieben: Für mich ein toller Abschlussband mit einem legendären Kampf gegen die Endgegnerin. Die komplette Froststerne-Reihe ist für mich Romantasy pur und eine schöne Adaption des Märchens von der Schneekönigin. Da passt einfach alles: Das Setting, die Figuren, Dramatik, Humor und Erzählweise. Ich hab‘ die Reihe von der ersten bis zur letzten Seite einfach geliebt und wollte die Bücher nicht aus der Hand legen.
Anna Fleck hat unglaublich viel Fantasie und hat eine eindrucksvolle, magische Welt erschaffen. Ymatája ist dank ihr genauso greifbar wie Atlantis. Es gibt für mich einfach nichts zu bemängeln (außer vielleicht den Verlust des einen oder anderen ins Herz geschlossenen tierischen Sidekicks) und ich könnte immer weiter schwärmen von ihren Büchern, denn sie schafft fantastische Welten, die einen nicht mehr loslassen.
Für mich ist es nun Zeit, mich von dem kleinen Kaffe-Junkie Tomte Teda zu verabschieden und mich auf neue Charaktere in im Herbst erscheinenden Reihe „Stella Obskura“ zu freuen. Venedig und Darc Academia Setting – klingt gut, oder? Also ich muss es lesen, keine Frage.
Wenn ihr euch von der Schönheit der Froststerne-Bücher (sie sind halt auch von außen echte Sahneschnittchen) überzeugen wollt, schaut sie euch doch mal bei der Buchhandlung eures Vertrauens an und lest mal rein. Ich wünsche euch viel Spaß mit Elvy, Erik, Simàja, Tomte Teda, Ino…
Deborah

Extratipp: Falls ihr eher etwas Sommerliches sucht, habe ich euch hier die Links zur „Meeresglühen“-Reihe von Anna Fleck:
Für diese Debüt-Reihe von Anna Fleck wird es von mir immer eine ganz dicke Leseempfehlung geben!

Werbung
Folgenden Link kennzeichne ich gemäß § 5 DDG als Werbung:
Vielen lieben Dank an den Coppenrath Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Infos zum Buch findet ihr auf der Internetseite des Coppenrath Verlages.
